Neues Design, Autorenbilder, Ehrenrührigkeiten

Der Österreichische Internetrat nimmt sich das Feedback seiner emanzipierten Konsumenten zu Herzen. In aller gebotenen Eile haben wir uns bemüht, auf die häufigsten Kritikpunkte – fehlende Personalinfos, Unglaubwürdigkeit durch Standard-WordPressTheme – zu reagieren und hoffen, dass die Seite im neuen Look weiterhin auf Ihrer verstärktes Interesse stößt.

Es handelt sich um ein vorläufiges, noch zu optimierendes Design, das wissen wir. Und wir zählen auf Sie, um uns weiter zu verbessern! Ein aktueller Vorfall von klarer Ethikverletzung auf Twitter hat uns heute gezeigt, dass wir keine Zeit mehr verlieren dürfen und unser Eingabesystem so schnell wie möglich online bringen müssen.

Der zweite Twitter-Skandal um den ÖIR

Wer sich angesprochen fühlt…

…wirft mit Steinen und vergisst dabei, dass er im Glashaus sitzt. Wir sehen uns durch die teils heftig emotionalen Reaktionen in unserer Mission für mehr Selbstkontrolle überaus bestätigt. Genau aufgrund solcher Tweets braucht Österreich einen Internetrat. Wir möchten um ein wenig Mäßigung bitten:

hirnamputiert

Ich denke, dieses Tweet fällt an sich gar nicht in unseren genuinen Zuständigkeitsbereiche – für öffentliche Beleidigungen sowie ruf- und kreditschädigende Äußerungen sind im allgemeinen die Gerichte verantwortlich. Wir verstehen, dass unser ambitioniertes Vorhaben speziell bei einer bestimmten Gruppe von Usern, die sich auf Kosten anderer bisher ungestraft aufführen konnten, wie sie wollten, auf heftige Kritik stößt. Und wir vermuten, dass Tom Zwischenruf nicht einmal der richtige Name des betreffenden Users ist, möchten aber bitten im Sinne der guten Sitten und des demokratie-adäquaten Umgangs miteinander auf Ehrenrührigkeiten zu verzichten.

14 Kommentare zu „Neues Design, Autorenbilder, Ehrenrührigkeiten“

  • “braucht Österreich einen Medienrat”
    Österreich hat bereits einen Medienrat.
    Österreich hat jetzt zwar auch einen Internetrat, aber braucht es einen?
    😕

  • MacManiac says:

    Was hier gänlich fehlt ist eine detaillierte und vor allem _verständliche_ Erklärung, was der “Internetrat” ist (oder sein will), was jemand von seiner Existenz erwarten kann/könnte/will/wird/sollte und vor allem was die _Aufgaben_ dieser Institution sind/sein sollen.

    Wenn ich hier drüberlese, lese ich von Anschuldigungen, Ehrenbeleidigung, Verleumndungen, Ehrenrührigkeiten, Vorständen und Räten; das wird die meisten Leute mal einschüchtern und von vornherein auf irgendetwas institiutionelles, schlechtes usw. einschwören. Wäre der Bundesadler irgendwo angetuckert und die Farbe nicht so peppig, könnte man erwarten auf einer seite des BMs wofür auch immer zu sein.

    Also: Schnellstmöglich, einfach & verständlich hier den Leuten die ihr ansprechen wollte näherbringen worum’s geht, was erreicht werden soll, was das Ziel ist…

  • Judith says:

    Nun ja, der Medienrat verlangt für jede “Eingabe” 700 Euro – http://pressetext.at/news/090527024/oesterreich-bekommt-neuen-medienrat/
    Der Internetrat ist da etwas niederschwelliger.

  • ritchie says:

    Man könnte natürlich a priori lange Dokumente erstellen, aber das wäre vermutlich noch verwirrender. Wenn wir erstmal die ersten Eingaben bearbeitet haben, dann wird schnell klar werden, was man von uns erwarten kann.

  • Stefan says:

    ich find die idee prinzipiell nicht schlecht, würd aber trotzdem gerne wissen, woher ihr euch das recht nehmt, verweise u.ä. auszusprechen? woher das recht zu entscheiden was gut und was schlecht ist? und wenns um “selbstkontrolle” geht, warum denn verweise aussprechen, warum mahnen und denunzieren? lieber irgendwelche richtlinien präsentieren, die freiwillig eingehalten werden sollen, quasi ein leitfaden/netiquette für onliner. die gibts aber trotzdem schon, schriftlich und in den köpfen verankert. wollt ihr ab jetzt die regeln aufstellen und über gut und böse entscheiden? ich checks (noch) nicht.

    ich glaub’ ich gründe morgen die “österreichische internetregierung” und werd präsident.

  • Stefan says:

    oder ist eure selbsternennung nur ein versuch, irgendwie an noch mehr ruhm, ehre und einfluss zu kommen? aufmerksamkeitsmagnet für eure webpräsenzen?

  • ritchie says:

    Dieser Vorwurf ist unfair. Einerseits haben wir das alle nicht nötig, andererseits wurde gestern kritisiert, dass wir nicht sofort mit der Eigendarstellung launchten. Es ist nicht das Ziel des ÖIR, die agierenden Personen in den Vordergrund zu stellen; wir sehen uns vielmehr als ErfüllungsgehilfInnen eines Crowdsourcing-Gedankens.

  • ritchie says:

    Natürlich wäre es uns lieber, wenn jeder freiwilig präventive Selbstkontrolle üben würde; aber gerade das ist ja das Problem: die Vergangenheit zeigt überdeutlich, dass Leitfäden allein nicht ausreichen, was auch der Grund ist, warum wir uns nach reiflicher Überlegung auch zu einer teil-anlassbezogenen Vorgehensweise entschlossen haben. Selbst auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: das Internet ist zu neu für eine normative Ethik und unsere Verweise sind nicht bindend, sondern lediglich Empfehlungen. Selbstverständlich erarbeiten wir parallel Leitfäden (die diesbezüglichen Arbeitsgruppen haben ihre Tätigkeit gestern aufgenommen).

    Falls die letzte Bemerkung ernst gemeint war: was sollte eine Internetregierung tun? Gerade eine Regierung (in einem demokratischen Land) wird doch qua Wahlautorität des Volkes bestimmt, während ein Rat als empfehlendes Gremium durchaus überlicherweise durch Selbstkonstitution gegründet wird. (Siehe österr. Medienrat, DIR – deutscher Internetrat etc.)

  • AC says:

    und wieder ein verein der uns etwas vorschreiben möchte. wer legitimiert, die ohne zweifel fleissigen und engagierten personen, die diese seite betreiben? mit welcher rechtsgrundlage wird hier geurteilt? und wann werden diese empfehlungen gesetzlich bindend werden, damit andersdenkende ausgeschaltet werden können?

    ich brauche keinen zensor, da ich mich an die geltenden gesetze halte und wir in einer demokratie sind. aber ich bin mir sicher es gibt eine menge interesse im dept of home security oder institutionen in diversen asiatischen oder afrikanischen ländern.

    ich hoffe so ein unfug hört bald wieder auf

  • ritchie says:

    Da handelt es sich um ein Missverständnis, das ich zutiefst bedaure. Wir möchten niemandem etwas vorschreiben und wir haben jegliche Gelegenheit genutzt, um ganz dezidiert darauf hinzuweisen, dass unsere Empfehlungen/Verweise eben *nicht bindend* sind. Wir sehen uns selbst auch keineswegs als verlängerten Arm/Ergänzung juristischer Insitutionen – siehe hiezu auch dieses aktuelle Interview in der ORF Futurezone: http://futurezone.orf.at/stories/1604048/

    Anders gesagt: es handelt sich um ein Crowsourcing Projekt, das nicht von irgendwelchen Rechtsgrundlagen, sondern von den Eingaben emanzipierter Medienkonsumentinnen und -konsumenten bzw. Prosumern lebt. Es geht keineswegs um mehr Zensur oder Kontrolle, sondern um Selbstkontrolle und die Aufrechterhaltung der Demokratie.

  • gerpei says:

    Wer sich in Österreich “Rat” nennt, darf sich nicht wundern
    als rechtsstattliche “Institution” wahrgenommen zu werden.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Legitimit%C3%A4t
    http://de.wikipedia.org/wiki/Institution

    Eure Selbstdefinition find ich echt GROSSARTIG!

    “Der ÖIR hat sich selbst gegründet und verfügt über die Legitimation, sich als erste Institution als Österreichischer Internetrat bezeichnet zu haben bzw. wird legitimiert durch die Auseinandersetzung anderer mit dem Österreichischen Internetrat als ein solcher.” Zitat Ende.

    Auf deutsch: Der ÖIR hat sich selbst gegründet und verfügt über die Rechtmäßigkeit, sich als erste Einrichtung als Österreichischer Internetrat bezeichnet zu haben bzw. wird rechtmäßig durch die Auseinandersetzung anderer mit dem Österreichischen Internetrat als ein Österreichischer Internetrat.

    auf ganz einfach: ich nenne mich Hofrat Hans Huber und werde zum Hofrat Hans Huber, weil ich mich als erster Hofrat Hans Huber genannt habe, und weil mich auch andere Hofrat Hans Huber nennen, bin ich Hofrat Hans Huber.

    Darum hab ich den voll sinnfreien Facebook-Rat gegründet.

    SEHR belustigt,
    Gerhard Peischl

  • ritchie says:

    Das wär ja noch schöner, wenn sich jeder Hofrat nennen könnte. Aber “Rat” per se ist kein geschützter Begriff. Soll ja niemand sagen, wir würden unsere Legitimation nicht vollinhaltlich offenlegen!

  • OMaximus says:

    Euer neues Design ist nicht schlecht, aber etwas eintönig.
    ____

    “Was hier gänlich fehlt ist eine detaillierte und vor allem _verständliche_ Erklärung, was der “Internetrat” ist (oder sein will), was jemand von seiner Existenz erwarten kann/könnte/will/wird/sollte und vor allem was die _Aufgaben_ dieser Institution sind/sein sollen.”

    Aber was es nun genau mit diesem “Österreichischem Internetrat” auf sich hat, wird endlich unter dem Ribbon “Aufgaben” behandelt, finde ich gut!

  • ritchie says:

    Das steht auch unter Aufgaben! Siehe:
    https://internetrat.at/aufgaben/

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